Anwendung der Stoßwellentherapie am Rücken einer Patientin

FPZ Spezial

Stoßwelle

Der Impuls, der die Regeneration anstößt.

Was Stoßwellen sind

Stoßwellen sind energiegeladene Druckwellen. Sie werden in den Körper geleitet, um dort gezielt einen kleinen Reiz zu setzen. Der Körper reagiert mit einer erhöhten Regeneration, und das betroffene Gebiet kann heilen.

Die Druckwellen werden über ein Projektil erzeugt, das stark beschleunigt wird. Trifft dieses Projektil auf die Applikationsfläche, entstehen die akustisch hörbaren Druckwellen.

Wie Stoßwellen im Gewebe wirken

Die Druckwellen werden durch den Körper geleitet, bis sie auf Gewebegrenzflächen treffen. Dort entfalten sie ihre Wirkung: die Gewebegrenzflächen bewegen sich leicht, dadurch werden die Zellschichten gestreckt und verformt. Die Schichten werden für bestimmte Ionen und Moleküle passierbar, sodass ein Stoffaustausch stattfinden kann.

Welche Effekte beschrieben werden

  • erhöhter Stoffwechsel
  • Stimulation von Stammzellen und Nervenzellen
  • Hemmung von Entzündungen
  • Ausschüttung von Wachstumshormonen
  • Anregung der Mikrozirkulation in Blut und Lymphe

Bei welchen Beschwerden wir Stoßwellen einsetzen

  • Sehnenerkrankungen
  • Golferarm und Tennisarm
  • Kalkablagerungen in Sehnen
  • Faszienverklebungen
  • muskuläre Triggerpunkte
  • Sehnenentzündungen

Welche Effekte in Studien beschrieben sind

Auf zellulärer Ebene. Stoßwellen können die Genexpression von Zellen über den Effekt der Mechanotransduktion verändern. Ein mechanischer Impuls wird von speziellen Rezeptoren wahrgenommen, die eine biochemische Reaktion auslösen. Beschrieben sind eine veränderte Syntheserate von Gewebsmediatoren sowie Vermehrung, Wanderung und Spezialisierung verschiedener Effektorzelltypen wie Stammzellen, mesenchymalen Zellen und Immunzellen (Schaden et al., 2015).

Weitere beschriebene biologische Effekte:

  • erhöhte Durchlässigkeit der Zellmembran (Byron et al., 2005)
  • Stimulation der Mikrozirkulation in Blut und Lymphe (Kisch et al., 2016; Goertz et al., 2015)
  • Ausschüttung der Substanz P (Maier et al., 2003)
  • Ausschüttung von Stickoxid mit Gefäßerweiterung, erhöhtem Stoffwechsel und Gefäßneubildung (Nishida et al., 2004; Mariotto et al., 2005)
  • Ausschüttung von Wachstumshormonen für Blutgefäße, Epithel, Knochen und Kollagen (Chao et al., 2008; Gollwitzer et al., 2013)
  • Stimulation von Stammzellen (Schuh et al., 2014; Raabe et al., 2013)
  • Stimulation von Nervenzellen (Maier et al., 2003)

Ein Teil dieser Arbeiten stammt aus Zell- und Tierversuchen. Was das im Einzelfall für Ihre Beschwerden bedeutet, besprechen wir vor der ersten Anwendung mit Ihnen.

Quellen

  1. Schaden W, Haffner N, Mittermayer R (2015). Wirkmechanismus der extracorporalen Stoßwellentherapie.
  2. Byron CR, Benson BM, Stewart AA, Stewart MC (2005). American Journal of Veterinary Research, 66(10), 1757-1763.
  3. Kisch T et al. (2016). The Journal of Surgical Research, 201(2), 440-445. Goertz O et al. (2015). The Journal of Surgical Research, 194(1), 304-311.
  4. Maier M, Averbeck B, Milz S, Refior HJ, Schmitz C (2003). Clinical Orthopaedics and Related Research, (406), 237-245.
  5. Nishida T et al. (2004). Circulation, 110(19), 3055-3061. Mariotto S et al. (2005). Nitric Oxide, 12(2), 89-96.
  6. Chao YH et al. (2008). Ultrasound in Medicine & Biology, 34(5), 841-852. Gollwitzer H et al. (2013). Ultrasound in Medicine & Biology, 39(1), 126-133.
  7. Schuh CM et al. (2014). Cytotherapy, 16(12), 1666-1678. Raabe O et al. (2013). American Journal of Stem Cells, 2(1), 62-73.

Ist dieses Verfahren für Sie geeignet?

Das hängt von Ihrem Befund ab. Rufen Sie an, dann klären wir das vorab, statt Sie zu einem Termin kommen zu lassen, der nichts bringt.